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13 Sep

Employer Branding: 5 Tipps für eine starke Arbeitgebermarke

Employer Branding, also die Stärkung der Arbeitgebermarke, ist die Zauberformel, mit der sich kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in begehrte Arbeitgeber verwandeln - im “War of Talents” häufig der entscheidende Unterschied gegenüber der Konkurrenz. Wie Sie hochqualifizierte Fachkräfte mithilfe von Employer Branding gewinnen, erfahren Sie hier.

1. Die Stellenanzeige: Erstkontakt mit Kandidaten

Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen, ist die Stellenanzeige vielfach der Erstkontakt zwischen Bewerber und Unternehmen. Daher ist umso entscheidender, dass sie überzeugt: Sind Sprache, Layout und Angebot stimmig? Entspricht die Sprache der Erwartungshaltung der Zielgruppe? Kommen die Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens zur Geltung (Unique Selling Proposition)? Wer unsicher ist, kann die eigene Anzeige mit Ausschreibungen der Wettbewerber vergleichen und so weiter verbessern. Schließlich sind Stellenausschreibungen in den einschlägigen Portalen und Zeitungen teuer - umso mehr sollten sie sich lohnen.

2. Unternehmenswebseite: Erste Anlaufstelle für Bewerber

Findet ein potenzieller Bewerber Ihre Stellenanzeige im Internet, ist der erste Schritt meist die Unternehmenswebsite, um weitere Informationen über den Wunscharbeitgeber herauszufinden. Daher gilt: Punkten Sie mit einem modernen, professionellen Internetauftritt, der den aktuellen Standards entspricht. Vermitteln Sie ein ebenso seriöses wie sympathisches Bild Ihres Unternehmens. Das heißt: Erwecken Sie Ihre Website zum Leben und individualisieren diese, zum Beispiel indem Sie über aktuelle Projekte berichten oder Ihre Mitarbeiter vorstellen. Erarbeiten Sie zusammen mit einem Experten die Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens und setzen diese ins richtige Licht. Im Idealfall lassen Sie auch Mitarbeiter, Partner oder Kunden zu Wort kommen: Sie können ein wirklich authentisches Bild Ihrer Unternehmenskultur vermitteln und so zum Employer Branding beitragen.

3. Fachliches Networking: Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Im Recruiting sind die eigenen Mitarbeiter Ihr größtes Potenzial, denn sie sind am nächsten an einem potenziellen Bewerber dran: Räumen Sie Ihren Ingenieuren einmal pro Woche ein Zeitfenster für fachliches Networking in Foren, Blogs oder Fachmagazinen ein. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, den Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen, Professoren oder Fachkollegen zu suchen und zu halten, etwa über Xing oder LinkedIn: Gepflegte Mitarbeiterprofile in Karrierenetzwerken sind indirekte Unternehmenswerbung und tragen zum Employer Branding bei. 
Wenn Sie Glück haben, wecken Ihre Mitarbeiter bei Fachkollegen Interesse an Ihrem Unternehmen und es entstehen sogenannte “Quality Leads”. Diese führen oft zu einem langfristigen und erfolgreichen Arbeitsverhältnis: Der neue Kollege startet mit hoher Akzeptanz, schließlich haben die Mitarbeiter ihn “selbst” ausgesucht. 

Bei Perspectivas werden wir immer wieder mit der Sorge konfrontiert, dass fachliches Networking dazu führen könnte, dass Mitarbeiter ihr Unternehmen verlassen. Realistisch betrachtet besteht diese Gefahr bei hochqualifizierten Fachkräften immer: Allein auf einen Ingenieur in Deutschland kommen aktuell acht Headhunter. Umso wichtiger ist es, an der eigenen Unternehmenskultur zu feilen und Mitarbeiter durch strategisches Employer Branding in Prozesse einzubeziehen. Fachliches Networking macht Ihre Mitarbeiter zu Stakeholdern im Bewerbungsprozess. Und da die Qualität der zukünftigen Zusammenarbeit über Erfolg oder Misserfolg der Einstellung entscheidet, sind sie ein sehr wichtiger Stakeholder. Und – Stakeholder tragen Mitverantwortung!

Tipp: Es wird etwas dauern, bis Ihre Mitarbeiter das Zeitfenster für fachliches Networking annehmen und für sich beanspruchen. Lassen Sie sich Anreize einfallen, um die Recruiting-Zeit der Fachabteilung rituell zu unterstützen, etwa Kuchen, Brezeln oder Eis, und rufen einen attraktiven Hauptpreis für denjenigen aus, der erfolgreich einen neuen Mitarbeiter ins Team bringt.

4. Ihre Mitarbeiter sind Recruiting-Botschafter

Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen? Warum haben Ihre Mitarbeiter sich dafür entschieden, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten? Was hält sie? Mit all diesen Fragen werden Mitarbeiter implizit konfrontiert, wenn der alltägliche Smalltalk sie einholt mit der Frage: “Und was machst Du so beruflich?”
Umso wichtiger ist, dass Mitarbeiter eines Unternehmens Werte, Normen und Einstellungen teilen, also eine gemeinsame Unternehmenskultur. Im Idealfall werden Mitarbeiter zu Botschaftern ihres Unternehmens, prägen ein positives Image und tragen dieses nach außen. 
Daher sollten Sie wissen, was Ihre Angestellten wirklich denken: Eine kleine Umfrage liefert interessante Erkenntnisse und hilft, ein Unternehmensprofil zu erarbeiten und Mitarbeiter zu binden. Kommunizieren Sie das Ergebnis im Intranet und machen ihnen so erneut bewusst, warum sie sich für ihren Arbeitgeber entschieden haben. Wer sich regelmäßig die positiven Aspekte seiner Arbeitsstelle vergegenwärtigt,  kommuniziert insgesamt vorteilhafter über das Unternehmen und übersteht auch stressige Phasen leichter.

Tipp: In einer Mitarbeiterumfrage hat jede Antwort ihre Daseinsberechtigung. Während der eine “innovative Projekte und Herausforderungen” als Grund zu bleiben anführt, wird der andere vielleicht den “sicheren Arbeitsplatz durch lange Betriebszugehörigkeit” betonen. Beide Antworten eignen sich, um hochqualifizierte Talente zu werben und zu halten. Denn auch Generation Y sehnt sich nach Sicherheit und Beständigkeit.

5. Unternehmensintegrität: Man trifft sich immer zweimal

Ob Sie mit Lieferanten, Kunden oder Vertretern kommunizieren: Jeder einzelne Kontakt prägt, wie die Außenwelt Ihr Unternehmen wahrnimmt. Auch wenn sich nur ein einzelner Mitarbeiter im Ton vergreift, kann dies den Ruf eines Unternehmens nachhaltig schädigen - insbesondere im Zeitalter der digitalen Medien. Umso wichtiger ist es, sich jedem gegenüber - sei es ein lästiger Akquiseanrufer oder Vertreter vor Ort - höflich und seriös zu verhalten. Wie man dem vermeintlich schwächeren Partner gegenüber tritt, definiert die Unternehmensintegrität - und integres Handeln lohnt sich, auch im Recruiting: Empfehlungen aus dem warmen Markt, das heißt über bestehende Kontakte und Empfehlungen, sind eine der erfolgreichsten Recruiting-Quellen. 

Tipp: Mittlerweile gibt es zahlreiche Arbeitgeberbewertungsportale, zum Beispiel Kununu, in denen (ehemalige) Mitarbeiter Unternehmen bezüglich Arbeitsatmosphäre, Kommunikation, Gehalt et cetera bewerten können. Auch Bewerber melden sich hier zu Wort und evaluieren den Bewerbungsprozess. Daher sei an dieser Stelle noch einmal betont: Jeder Bewerber sollte mit Respekt behandelt werden, ob es zu einer Zusammenarbeit kommt oder nicht.

Employer Branding als Teamleistung

Im Employer Branding müssen Personalabteilung, Sales, Marketing und Unternehmensmanagement an einem Strang ziehen: Employer Branding sollte stets als unternehmens-übergreifende, stimmige Maßnahme gesehen werden. Um dies zu erreichen, bedarf es einer umfassenden Strategie, die am besten in Zusammenarbeit mit externen Beratern entsteht. Sonst droht die viel besagte Betriebsblindheit: Der neutrale Blick von außen fehlt. Bei Interesse beraten wir Sie gerne persönlich.

Sie erwarten den ersten Kandidaten zum Vorstellungsgespräch? Dann feilen Sie an Ihrer Unternehmenspräsentation. In “Das Geheimnis einer guten Unternehmenspräsentation“ verraten wir Ihnen, wie.

Susanne Lauxmann

Perspectivas - Internationale Personalberatung

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